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Philosophie

Ernährung

Das Thema Ernährung interessiert uns. Welche Prozesse laufen im Körper ab? Welche Inhaltsstoffe stecken in welchem Lebensmittel und wie gewinnt der Körper wann welche Energie aus unserer Nahrung? Theoretisches Wissen hilft beim Verständnis, hinzu kommt viel Learning by Doing und ein offenes Ohr für das Bauchgefühl. Denn unser Bauch weiß häufig sehr schnell, ob unser Köper etwas mag oder nicht.
Wir kochen und backen sehr gerne und meistens gemeinsam. Dabei können wir unserer Kreativität freien Lauf lassen und entspannen. Essen und Trinken ist also bereits ein Teil der Regeneration. Das fängt bei der Zubereitung an und setzt sich beim gemütlichen Essen fort. Und der Duft von frisch gebackenen Kuchen zaubert uns sofort ein Lächeln ins Gesicht.

Dürft ihr überhaupt Süßigkeiten essen? Trinkt ihr Alkohol? Ernährt ihr euch vegetarisch? Was esst ihr vor einem harten Training und was danach? Fragen zu unserer Ernährung bekommen wir viele gestellt. Sehr viele sogar. Daher gibt es hier ein paar Infos zu unserer Ernährung.

Habt ihr einen Ernährungsplan?

Einen Ernährungsplan vergleichbar mit einem Trainingsplan haben wir nicht. Wenn wir uns beim Wortschatz der Politik bedienen, würden wir es so formulieren: Bei unserer Ernährung folgen wir Leitlinien, die wir selbst aufgestellt haben und an denen wir uns orientieren. Die Schlagworte hier heißen gesund, frisch, ausgewogen und lecker. 

Kohlenhydrate, Proteine und Fette. Was, wann und wie viel?

Unser Frühstück ist unsere kohlenhydratreichste Mahlzeit. Das gibt uns Power und Energie für den Tag. Lieber stehen wir 20min früher auf, um ausreichend Zeit zum Frühstücken zu haben, anstatt zu hetzen. Dann gibt es meist 2 Cappuccino, eine Scheibe Brot mit Frischkäse und süßem Aufstrich und eine Schale voll Müsli mit Milch, Quark und frischem Obst. Der für uns perfekte Start in den Tag.
Unser Mittagessen ist kohlenhydrat- und proteinreich. Nach der ersten Trainingseinheit am Vormittag bekommt unser Körper so die nötige Energie, um sich gut zu erholen. Wir bereiten eine große Portion Gemüse zu, aufgepeppt mit Körnern und Käse, dazu gibt es Ei und eine Schüssel voll Quark mit Kräutern und Leinöl.
Am Nachmittag ist Kaffee und Kuchen Zeit. Das ist die einzige Mahlzeit am Tag, wo wir oft nur wenig Zeit zwischen Essen und Training einplanen. Das Stückchen Kuchen und der Cappuccino gehört bei uns jeden Tag dazu und danach können wir notfalls auch gleich im Anschluss die Laufschuhe schnüren.
Das Abendessen ist sehr fetthaltig, eiweiß- und ballaststoffreich. Da leeren wir eine ganze Schale von Nüssen: Paranüsse, Macadamias, Walnüsse, Haselnüsse, Pekannüsse, Mandeln und Cashewkerne. Dazu Buttermilch und Obst. Alles was das Herz begehrt. A propos Herz, gut für das Herz sind die Nüsse auch. Nüsse sind schmackhaft, sättigend und reich an einfach- und mehrfach ungesättigten Fettsäuren. Weil die Fette im Gegensatz zu den Kohlenhydraten nicht so schnell verdaut werden, hat unser Körper über Nacht bis zur nächsten Trainingseinheit genügend Zeit, um die Nüsse zu verarbeiten. Bisher sind wir noch nie nachts wegen einer Heißhungerattacke aufgewacht. Das liegt wohl auch an den Nüssen.

Was esst ihr vor einem Training?

Bei unserer Ernährung gibt das Gefühl den Ton an. Was unserem Körper gut bekommt, spüren wir. Was gut vor einem Training ist und was wir lieber nach dem Training essen, das haben wir in den letzten Jahren durch Ausprobieren herausbekommen.
In Kenia haben wir manchmal sehr intensive und lange Einheiten bereits um 7Uhr morgens gestartet. Die absolvieren wir nie nüchtern. Also haben wir uns um 5Uhr den Wecker gestellt, klar dass da der Frühstücksraum noch geschlossen war. Daher hatten wir bereits am Vorabend vorgesorgt und uns Bananenkuchen oder Marmorkuchen mit aufs Zimmer genommen. Der Kuchen schmeckt noch sehr gut am nächsten Morgen und er liegt nicht schwer im Magen, von daher war das die für uns beste Lösung.

In Trainingsphasen ist Zeit, Dinge auszuprobieren, um zu wissen, was man vor einem Wettkampf isst. Trockener Kuchen ist für uns nun immer auch eine Option, wenn wir vier oder drei Stunden vor einem Wettkampf noch etwas essen wollen.

Dürft ihr überhaupt Kuchen essen?

Oh ja. Das ist ein großer Vorteil unserer Sportart. Als Marathonläufer haben wir einen sehr hohen Energieumsatz und wir müssen keine Kalorien zählen. Wir haben für uns die These aufgestellt: Wenn 90% der Ernährung gesund ist, dann dürfen 10% für Kuchen und Schokolade veranschlagt werden. Außerdem isst man bei einem leckeren selbst gebackenen Stück Kuchen eine große Portion Liebe mit, und die macht bestimmt schnell.
Unsere zweite Trainingseinheit machen wir oft am Abend. Am Nachmittag essen wir dann noch ein Stück Kuchen und trinken einen Cappuccino. Unsere Favoriten hier: Streusel-, Käse-, Mohn- oder Obstkuchen.

Die Hahnertwins und Schokolade

Der Schokolade soll hier ein eigener Absatz gewidmet werden. Schokolade ist für uns Energie, Glück und Gaumenfreude in meisterhafter Komposition. Haben wir ein Kaloriendefizit, dann gibt es zusätzlich zum normalen Essen abends anstatt des üblichen Riegels ganze Tafeln Schokolade. Die Schlagzahl wird erhöht, der Genuss bei jedem Stück bleibt. Dann halt in zwanzig- oder vierzigfacher Form. Und nach der Königseinheit in der Marathonvorbereitung auch gerne 42,195 Stücke. Schokolade mit Keks oder Crunch, zartschmelzende Vollmilchschokolade und milde weiße Schokolade. Oder Schokolade in reiner Form. Pur. Mit mehr als 80% Kakaoanteil. Danach schweben wir auf Schokowolke sieben und sind bereit für neue Aufgaben.

Ernährt ihr euch vegetarisch?

Wir sind Flexitarier. Wir essen Fleisch, regelmäßig unregelmäßig. Vor und nach einem intensiven Training haben wir selten das Bedürfnis danach. Doch abends kommt ab und an, vor allem wenn wir unterwegs sind, ein qualitativ gutes Stück Fisch oder Fleisch auf den Teller. Vorzugsweise Fisch, Rind, manchmal auch Pute, selten Schwein. Wir sind auf einem Bauernhof mit eigener Schlachtung aufgewachsen und groß und stark geworden :-) 

Wie viel trinkt ihr?

Als Leistungssportler haben wir einen großen Flüssigkeitsbedarf. Die 3 Liter Marke überschreiten wir meistens, im Sommer oft auch die 4-Liter Marke. Trinken ist für uns zu einer Gewohnheit geworden. Wir warten gar nicht immer auf ein Durstgefühl, sondern greifen regelmäßig zur Wasserflasche. Einen ausgewogenen Mineralienhaushalt erreichen wir durch unser Mineralwasser mit einem optimalen Verhältnis von Magnesium und Kalzium. 
Nun für die Zahlenfreunde unter den Lesern: Als Faustregel kann man sich merken, dass man in etwa den Kalorienbedarf in Millilitern Flüssigkeit aufnehmen sollte. Äußere Faktoren wie Hitze erhöhen den Flüssigkeitsbedarf zusätzlich. Grundsätzlich soll man für einen ausgeglichenen Flüssigkeitshaushalt sorgen, hierfür kann man bis zu 1000ml pro Stunde trinken. Soweit die Theorie. In einem Wettkampf sieht die Situation dann wieder spezifisch anders aus.
Betrachten wir nun einen Marathon. Während eines zweieinhalbstündigen Wettkampfes verlieren wir 3-4Liter Schweiß. Dann liegt es nahe, dass wir im Ziel dehydriert sind. Trotzdem kommt der Körper damit klar. Dehydration wird durch sportliche Belastung besser toleriert als Dehydration durch Hitze. Daher ist eine vollständige Rehydration während der Belastung nicht notwendig. Ganz schön kompliziert der menschliche Organismus.

Trinkt ihr Alkohol?

Als Leistungssportler führen wir aus der Sicht anderer ein sehr diszipliniertes Leben. Wir selbst haben das Gefühl nicht. Vieles wird irgendwann zur Routine und erfordert keine extra Disziplin. Wir trinken wenig Alkohol, wenn dann nach einem Wettkampf. Während der direkten Vorbereitung auf einen Wettkampf trinken wir keinen Alkohol - den Schuss Weißwein für das Reis-Risotto oder den Apfelwein für die Apfeltarte ausgenommen.

 

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