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Wettkampf

Das legendäre Marathonfrühstück. Läufer mit einem empfindlichen Magen haben am Wettkampfmorgen oft Probleme, wenigstens ein Brötchen runterzukriegen. Wir zum Glück nicht. Zumal es auch nicht bei einem Brötchen bleibt. Wir bedienen uns nicht am gesamten Buffet,  Rühreier, Müsli und frisches Obst heben wir uns für den Morgen nach dem Marathon auf. Trotzdem schlagen wir reichlich zu. Vier Brötchen am Marathonmorgen ist Standard. Jeweils mit Frischkäse, Honig und Marmelade. Dazu trinken wir Cappuccino. Manchmal zwei, drei oder gar vier. Pro Person wohlbemerkt. Jeder Mensch ist bzw. isst anders. Daher sollte man gerade vor einem wichtigen Wettkampf auf das Bauchgefühl hören und das essen, was man bereits vor einem kleinen Wettkampf getestet und für gut befunden hat.

Da wir vor dem Marathon immer im Athletenhotel frühstücken, variiert unser Frühstück auch von Stadt zu Stadt. So kam in Wien eine Ecke Gugelhupf mit auf den Teller und in Hamburg ein Franzosenbrötchen. Auf die Weißwurst hatten wir jedoch vorm Halbmarathon in München verzichtet. Da haben wir dann doch Laugengebäck mit Honig bevorzugt. Zum Abschluss gibt es meist ein paar getrocknete Bananenchips to go, für den Weg vom Frühstücksraum zum Hotelzimmer. 

Vor einem Marathon frühstücken wir vier Stunden vor dem Start. Wir essen solange, wie es uns schmeckt und dass wir das Gefühl haben, gut satt zu sein. Wir wollen nicht zwei oder eine Stunde vor dem Rennen noch überlegen, ob wir nicht doch noch etwas essen sollen. Vier Stunden vorher ausgiebiges Frühstück und das reicht. Außerdem trinken wir viel Mineralwasser am Morgen des Marathons. Bis eine Stunde vor dem Wettkampf noch in großen Mengen, dann nur noch kleine Schlücke. 

Andere Läufer frühstücken weniger und nehmen lieber eine Stunde vorm Marathon noch einen Riegel und während des Marathons Gels oder Riegel zu sich. Das muss jeder für sich entscheiden. Wir trinken bis zum Halbmarathon ausschließlich Wasser und haben ab Kilometer 25 ein Gel-Wasser-Gemisch in unseren Flaschen. Ein Gel lösen wir in 500ml Wasser auf. 

Pur bekommen wir die Gels nur schwer runtergeschluckt. Da haben wir das Gefühl, dass sie im Mund immer mehr werden. Und den süßen Geschmack hat man dann mehrere Kilometer lang im Mund. Das Flüssigkeitsgemisch bekommt uns deutlich besser. Die Geschmacksrichtung variiert hier nach Lust und Laune. Wichtig ist, dass wir das Gel bereits im Training getestet und als ess- bzw. trinkbar befunden haben. Die Geschmacksrichtung Erdbeer-Banane oder Vanille finden wir beide nicht so toll, Beeren, Lemon oder Tropical sind okay. Beim Getränk während des Marathons geht es ja auch nicht vorrangig um den Geschmack. Dann würden wir wohl einen Cappuccino oder Kakao wählen. Wir wollen Flüssigkeit und ein paar gut verdauliche Kohlenhydrate zu uns nehmen. Das möglichst schnell, ohne Energie ins Kauen stecken zu müssen.

Mehr gibt es zur Ernährung während des Marathons auch nicht zu sagen. Unseren Fettstoffwechsel trainieren wir in der Vorbereitung, sodass unser Körper schon früh Energie durch einen Mix aus Kohlenhydraten und Fetten gewinnt. So reichen die Kohlenhydratvorräte länger. Zudem haben wir die Kohlenhydratspeicher durch die Saltin-Diät so voll wie möglich gemacht.

Nach dem Marathon mag der Magen längst nicht alles. Wir haben immer die größte Lust auf Kuchen. Streusel- oder Käsekuchen. Das liegt nicht daran, dass wir in der Marathonvorbereitung auf Kuchen verzichten würden und diesen nun endlich essen dürften. Lustige Theorie, die wir oft hören. Aber Kuchen gibt es bei uns auch in der Vorbereitung. Vielleicht liegt es daran, dass Kuchen schnell und leicht verwertbare Energie liefert. Oder daran, dass er einfach verdammt lecker ist. So einfach kann Wissenschaft sein.

 

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