Fünfter Platz beim Vienna City Marathon

Fünfte beim Vienna City Marathon. 2:30:50h. Im Vorhinein habe ich mir mehr vorgenommen und ich bin dennoch sehr zufrieden. Denn das Wichtigste ist für mich, dass ich hinter der Ziellinie weiß, dass ich in dem Rennen keine Sekunde schneller hätte laufen können und alles gegeben habe. Und das war heute der Fall. Eigentlich lief alles optimal. Ich habe super geschlafen, sehr gut gefrühstückt und war bereit für den Marathon. Aufgrund ihres Ermüdungsbruches konnte Lisa dieses Mal nicht mit auf der Strecke sein und die Wasserflaschen für mich anreichen. Sie schaute sich das Rennen aus dem Führungsfahrzeug der Frauen an. Eine ungewohnte Situation für uns beide, sonst tauschen wir immer alle 5km Blicke aus und sind hautnah dabei.

Auf den ersten 5km lief es richtig gut, dass Tempo hat gepasst und ich habe mich gut gefühlt. Das änderte sich zwischen Km 10 und 15. Dann habe ich gemerkt, dass ich zu viel Energie investieren musste, um die Pace zu halten. Daher habe ich meinen Pacemakern Marcel Bräutigam und Emmanuel Biwott gesagt, dass sie etwas rausnehmen sollen. Die beiden haben einen grandiosen Job gemacht. Marcel hat mich letztes Jahr in Wien zum Sieg geführt und auch bei meiner Bestzeit im letzten Jahr in Berlin hat er mich bis Km30 gepaced. Wir sind einfach ein Dreamteam :-)

Bis Km 15 waren alle Frauen noch in einer Gruppe zusammen. Dann zog sich das Feld etwas auseinander und Maja Neuenschwander und Fate Tola konnten sich etwas absetzen. Die Halbmarathonmarke passierte ich nach 1:14:01h. Etwas langsamer als die angepeilten 1:13:30h und aufgrund des Windes völlig ok und im Rahmen. 

Leider konnte ich die Pace auf der zweiten Streckenhälfte nicht halten. Die Zuschauer an der Strecke waren unglaublich. Ich habe so viele gehört, die Go Anna geschrien und mich angefeuert haben. Ein Südamerikaner in meiner Gruppe musste mehrmals laut lachen, weil wirklich so viele Zuschauer immer meinen Namen gerufen haben.

Natürlich habe ich an das Rennen im letzten Jahr zurück gedacht und habe auf jedem Meter alles gegeben, um den Abstand zu den führenden Frauen zu verkleinern. Bei Km 32 konnte ich an Fate Tola vorbei laufen, den vorderen vier Läuferinnen habe ich mich genähert, doch es hat nicht mehr gereicht, noch eine weitere abzufangen. Am Ende haben mir 18s zum Stockerl und 41s zum Sieg gefehlt. Nicht viel auf einer Distanz von 42,195km.

Den ersten Sieg einer Schweizerin bei dieser Veranstaltung konnte Maja Neuenschwander in 2:30:09h feiern. Bei den Männern gewann mit fast fünf Minuten Vorsprung auf den Zweitplatzierten der Äthiopier Sisay Lemma.

Warum konnte ich die PS heute nicht auf die Straße bringen? Damit beschäftigen wir uns in den nächsten Tagen. Schließlich war das meine bisher langsamste Marathonzeit. Die Vorbereitung auf den Marathon verlief sehr gut und ich bin mir sicher, dass ich eine bessere Zeit hätte laufen können. In den nächsten zwei Wochen steht nun Regeneration und Erholung auf dem Plan. Und die begann für mich schon direkt im Zielbereich: Energiespeicher auffüllen mit einer großen Portion Kaiserschmarren.

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