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Special Day in Dresden

Von Freitagnachmittag bis Montagmorgen waren wir in Dresden. 80km habe ich in dieser Zeit zurück gelegt. Zu Fuß. Und über 40km davon am Sonntag und dabei einen Doppelsieg beim Citylauf eingelaufen. Ein volles und vollends gelungenes Dresden Wochenende.

Los ging es Freitagabend mit unserem Vortrag im Kristallpalast vor 500 Zuhörern im Rahmen des Ehrenpokals. „Lebe deinen Traum. RUN an die Poleposition.“ Hier haben wir über unsere Achterbahnfahrt zu den Olympischen Spielen in Rio berichtet, Geschichten und Tipps zu den Themen Ernährung und Mentaltraining gegeben und die Zuhörer mit auf die Straßen Wiens, Berlins und Frankfurt genommen. Am Samstag konnten wir die Sportbegeisterung der Dresdner im Fußballderby Dynamo Dresden gegen Hansa Rostock hautnah spüren. In der Halbzeitpause wurden wir auf dem Innenfeld interviewt und hinterher konnten wir bei der super spannenden Schlussphase mitfiebern. Von der emotionalen Einstimmung auf Dresden ging es weiter zur kulinarischen. Beim Eierschecke essen mit Buchvorstellung am Samstagnachmittag bei der Startnummernausgabe.

Und Sonntag stand der Special Day in Dresden an. Jedoch nur für mich und nicht für Lisa. Sie ist am Morgen mit einem Brummschädel aufgewacht und fühlte sich schlapp. Der Special Block fordert alles vom Körper, dazu müssen wir 100% fit sein. Der Special Block ist ein besonderes Trainingsmittel unseres Trainers Renato Canova. An einem solchen Tag haben wir zwei intensive Trainingsblöcke. In den ersten Block wurde sowohl der 5km als auch der 10km Wettkampf in Dresden integriert. Um 10Uhr fiel der Startschuss für den 5km-Lauf. Nicht nur der Startschuss fiel sondern auch ich. Nämlich zu Boden. Meine Ju-Jutsu Vergangenheit hat mir geholfen, dass ich sauber gelandet bin und außer ein paar Schürfwunden nichts passiert ist.

Dafür gab es ein extra Adrenalinkick, der mich den ersten Kilometer wie ein Turbo antrieb. Aber schließlich wollte ich die Spitze wieder einholen. Nach 18:17min überquerte ich als erste Frau die Ziellinie und hängte sogleich noch eine weitere 5km Runde dran. Die ersten 10km in 37:32min waren geschafft.

Dann hatte ich 20min Zeit für Siegerehrung, Trinken und kurzes Durchschnaufen. Um 11Uhr startete der 10km Lauf. Das sollte die intensivste Belastung von heute werden. Der Vorteil der Vorbelastung ist, dass ich mich nicht mehr warm laufen muss. Beim 10km Lauf durfte ich die Handbremse lösen und die Beine laufen lassen. Die erste Streckenhälfte passierte ich in 17:08min in der noch vierköpfigen Spitzengruppe. Ich habe mich sehr gut gefühlt, also habe ich beschlossen, das Tempo zu erhöhen. Dieser Tempoverschärfung konnte keine der anderen Läuferinnen folgen. Nach 33:55min überquerte ich als Erste die Ziellinie. Zweite wurde die deutsche U23 10.000m Meisterin Isabell Teegen (34:11min, SC Rönnau 74) vor der Kenianerin Prisca Kiprono (34:18min). Mein zweiter Sieg für heute. Und Halbzeit beim Special Block. Jetzt hieß es essen, schlafen, regenerieren und dann werden am Nachmittag wieder die Laufschuhe geschnürt. Nach dem Mittagsschlaf sorgt heißer Apfelstrudel und heißer Kakao für Energie und für die perfekte Einstimmung auf den Nachmittag. Als zweiter Block stand ein weiterer zügiger 10km Lauf sowie 5x2km Intervalle bei bedecktem Himmel auf dem Elbradweg auf dem Plan. 38:32min für die 10km und ein Schnitt von 6:53min für die anschließenden 2km Intervalle. Das Gefühl auf den letzten Metern ist unbeschreiblich. Erschöpfung geht Hand in Hand mit absoluter Freude. 40km liegen hinter mir, davon alle unter 3:52min und viele schneller als 3:30min. Dieser besondere hohe Belastungstag bringt mich auf die nächste Ebene auf dem Weg zum Hannover Marathon am 10.April.

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