Hochschule Fulda und Hahnertwins

Zusammen mit Prof. Dr. habil. Marc Birringer, Professor im Fachbereich Oecotrophologie an der Hochschule Fulda, haben wir einen Vortragsabend zu dem Thema Ernährung und Bewegung gestaltet. Prof. Dr. Marc Birringer zeigte zuerst das therapeutische Potenzial, das Sport und Bewegung haben. „Weltweit könnten sechs bis zehn Prozent aller Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems, des Typ-2-Diabetes sowie der Krebserkrankungen durch körperliche Aktivität verhindert werden“, unterstrich er und führte weiter aus: „Sowohl bei der Prävention als auch der Therapie dieser Erkrankungen können sich Bewegung und Sport positiv auf den Krankheitsverlauf auswirken und Lebensqualität sowie Lebenserwartung steigern.“

Das Auditorium war bunt gemischt, Studenten der Hochschule aus dem Fachbereich Oecotrophologie aber auch aus anderen Fachbereichen wie z.B. Physiotherapie sowie Gasthörer füllten den Raum. Lediglich 20% der deutschen Bevölkerung bewege sich mehr als 2,5h in der Woche. Wow, diese Zahlen haben mich fast vom Hocker gehauen. Seit dem 14.August habe ich keinen Laufschritt gemacht und keine andere Sportart. Ich dachte ich gehöre damit zu dem untersten Teil in Punkto Bewegung der deutschen Bevölkerung. Seit ein paar Wochen darf ich 30-60min pro Tag spazieren gehen. Ich würde nicht mal im Entferntesten von Sport sprechen, wenn ich von 180km die Woche laufend komme und jetzt bei ca.5h spazieren angelangt bin. Und dennoch gehöre ich damit zu den sportlichsten 20% der deutschen Bevölkerung. Krass und zugleich erschreckend. Für mich ein gutes Gefühl, dass ich im absoluten „Soll“ aus Gesundheitssicht bin, auch wenn es sich ganz anders anfühlt.

Unser Vortrag hatte den Titel „Training und Ernährung, ohne Mampf kein Dampf.“ Unser Körper ist unser Kapital. Wie bei einem Rennwagen ist es wichtig, welchen Kraftstoff er bekommt. Nur dann kann er seine volle Leistung zeigen. Die Herkunft der Lebensmittel ist aus zwei Gründen für uns wichtig, zum einen, um uns gesund zu ernähren und zum anderen, dass wir die „Reinheit“ in Hinblick auf Anti-Doping-Regularien sicherstellen können. Außerdem haben wir einen Einblick in unseren Energieverbrauch gegeben und über unsere tagtägliche Ernährung. Wie viel Energie verbrauchen wir im Ruhezustand und wie viel Energie zusätzlich durch unser Training. Wenn sich unser Körper gar nicht bewegt, verbraucht er ca. 10.000 Kalorien in der Woche. Im Marathontraining kommt noch einmal ca. dasselbe hinzu. Dann können wir für zwei bzw. für vier essen. Ich bewege mich in meiner jetzigen Situation eher an der 10.000 Kalorien Grenze und Lisa eher bei 17000 Kalorien pro Woche.

Am Ende sind wir noch auf die Spezifik unserer Ernährung in der Woche vorm Marathon und während des Marathons selbst eingegangen. Wann essen wir verstärkt Proteine und Fette und wann dominieren die Kohlenhydrate unseren Teller?

Die Kombination aus Bewegung und Ernährung sind der Schlüssel zu einem gesunden Lebensstil und die beste Prophylaxe für Erkrankungen. Wir machen die Bewegung in extremer Form, was sicherlich auch nicht immer gesund ist und dennoch viel gesünder, als nichts zu tun. Dazu hatte Prof. Birringer noch eine interessante Studie: „Tun sie lieber nichts als nichts tun und Fernsehen zu gucken. Denn das ist die schädlichste Form vom Nichts tun.“  

Am nächsten Tag fand noch ein Labortag für die Studierenden im 7.Semester der Diätetik statt, wo verschiedene Messungen durchgeführt wurden und wo ich auch anwesend war. Körperfettanteil, wie viel Kg Fett in meinem Körper sind, wie viel Kg Skelett und wie viel Kg Flüssigkeit. Außerdem Blutdruckmessung und die Kraft in den Händen. Vor allem die Messung des Körperfettanteils war für mich sehr interessant und wie er sich während über dreimonatigem Nichtstun verändert hat. Wenn ich austrainiert bin und ein Marathon ansteht, liegt mein Körperfettanteil ungefähr bei 8%. Zur Zeit liegt er bei 14%. Ich werde oft gefragt, wie ich es mache, jetzt wo ich gar kein Sport machen kann, dass ich mein Gewicht halte. Ganz einfach, ich mach es nicht. Mein Körperfettanteil vor einem Marathon ist so niedrig, weil ich so viel trainiere und einen sehr hohen Energieverbrauch habe. Der Körper ist dann wie ein Rennwagen, bei dem alle überflüssigen Dinge rausgebaut wurden. Auf einer Rennstrecke fährt sich so ein Wagen super, für Überlandfahrten an einem Sonntag ist so ein Rennwagen jedoch völlig ungeeignet. Da ist eine Familienkutsche mit bequemen Sitzen viel komfortabler. So ungefähr ist das auch mit meinem Körper. Ich muss jetzt nicht austrainiert sein. Meiner Genesung tut es sogar besser, wenn der Körper etwas mehr Reserven hat, auf die er zurückgreifen kann. Mein Schokoladenkonsum ist in den letzten Monaten zurückgefahren. Wenn ich nicht trainiere, habe ich auch nicht mehr so viel Lust auf Schokolade. Abende, an denen ich mehrere Tafeln genieße, gibt es zur Zeit nicht. Da stellt sich mein Körper von alleine um. Kuchen esse ich dennoch jeden Nachmittag, so bin ich groß geworden und das gehört für mich zum Tagesablauf dazu.

Studium trifft auf Leistungssport, eine tolle Symbiose die für uns mega interessant war und die auch bei den Studierenden super ankam.

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