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Sieg für Lisa, erster Wettkampf für Anna

Bereits zum dritten Mal in Folge sind wir beim Citylauf in Dresden gestartet. Wir lieben den Lauf und das hat mehrere Gründe: professionelle Organisation, super nette und herzliche Menschen und leckere Eierschecke.

Fangen wir von hinten an, Sonntag, 27. Dresdner Citylauf. Der Lauf zählt genauso viele Jahre wie wir, wir werden demnach jedes Jahr gemeinsam älter. Zum ersten Mal gab es in diesem Jahr einen gesonderten Elitestart. Das hatte den großen Vorteil, dass es entspannt vor dem Start an den Dixie Klos zuging und die Läufer und Läuferinnen vom nach uns startenden Hauptlauf an der Strecke standen und uns kräftig anfeuerten.

Um 10.30Uhr fiel der Startschuss, für mich der erste Startschuss nach meinem Sehnenanriss bei den Olympischen Spielen am 14.August 2016 und auch für Lisa war es der erste richtige Wettkampf in diesem Jahr. Meine Strategie vor dem Rennen? Laufen. Schnell laufen, oder was sich zumindest für mich zur Zeit sehr schnell anfühlt. Lisa hatte eine ähnliche Strategie: Schnell laufen. Schnell für die eine bedeutet super bzw. Zu schnell für die andere. Den Startschuss habe ich gemeinsam mit Lisa erlebt und dann entfloh sie bereits raketenartig mit den anderen Läuferinnen der Spitzengruppe aus meinem Blickfeld. In Dresden läuft man zwei 5km Runden, die erste Runde passierten die schnellsten Läuferinnen in 17:08min. Lisas Ziel war klar, nachdem ich in 2015 und 2016 in Dresden gewinnen konnte, wollte sie in diesem Jahr als erste über die Ziellinie laufen. Sie duellierte sich während des gesamten Rennens mit der Kenianerin Prisca Kiprono (34:32min) und am letzten Anstieg riss Lisa die entscheidende Lücke zum Sieg (34:24min).

 

Nach 35:57min folgte ich als fünfte Frau, glücklich mit dem Laufgefühl und der Zeit. 35:57min ist noch nicht schnell und vor zwei Wochen im Training konnte ich noch keine 3km in dem Tempo laufen. Ich habe gelernt, mich zur Zeit nur mit mir selbst zu vergleichen und mich über meine Fortschritte zu freuen. Ich vergleiche mich (noch) nicht mit der früheren Anna und der aktuellen Lisa.

Bei den Männern siegte der Kenianer Nicholas Mulinge in 28:36min vor dem Norweger Sondre Moen (28:40min).

Ein Tag vor dem Wettkampf haben wir gemeinsam mit den anderen Elite Athleten Eierschecke bei der Startunterlagenausgabe verteilt. Dort haben auch die Läufer Marcus Schöfisch und Anett Horna ihr Projekt „Ich förder dich“ vorgestellt. Da die Nachwuchsförderung im deutschen Laufsport nicht so ist, wie sie es sich wünschen würden, sind sie selbst aktiv geworden. Sie haben zwei Läufer ausgewählt, die sie finanziell und ideell fördern. Eine großartige Sache, die Zeit, Mut und viel persönliches Engagement erfordert.

Gestartet wurde das Dresden Wochenende am Freitagabend mit einem Interview anlässlich des Ehrenpokal Abends. Gekrönt wurde dieser Abend durch einen Vortrag von Joey Kelly, der Mann, der uns vor 10 Jahren zum Laufen brachte. Wir freuen uns jedes Mal riesig, wenn wir Joey treffen. Jedes Mal, wenn wir seinen Vortrag hören, wissen wir wieder ganz genau, warum wir vor 10 Jahren unsere Tischtennisschuhe geschnürt haben. Wir freuen uns schon auf das nächste Jahr, wenn es wieder heißt „Dresden und Eierschecke is calling“.

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