...

Anna startet beim BMW Berlin Marathon

Am 24.September 2017 starte ich beim BMW Berlin Marathon. Bereits zum vierten Mal werde ich in Berlin an der Marathonstartlinie stehen, es gibt keinen Marathon, den ich häufiger gelaufen bin. 13 Monate nach meinem letzten Marathonstart bei den Olympischen Spielen in Rio. Dazwischen ist viel passiert. Ein viertel Jahr konnte ich gar keinen Laufschritt machen, weder Radfahren noch Schwimmen. So habe ich am 1.Januar 2017 völlig neu angefangen. Mit einem Körper, der nicht fit und dafür komplett geheilt war. Neben dem Sehnenanriss im hinteren rechten Oberschenkel, den ich mir bei Kilometer 3 beim Olympischen Marathon zugezogen hatte, musste ich nämlich auch noch eine langwierige Schambeinreizung auskurieren. So startete ich Anfang des Jahres mit einem behutsamen Neuaufbau. Ich habe mir die Zeit genommen, damit ich endlich wieder schmerzfrei trainieren und laufen kann. Denn das war seit Mitte 2015 nicht mehr möglich. Von Mitte 2015 bis Herbst 2016 gab es keine Minute am Tag, in der ich schmerzfrei war. Weder beim Sport noch im Ruhezustand beim Autofahren oder Schlafen. Die Lektion hatte ich gelernt, ich wollte wieder schmerzfrei im Alltag und beim Laufen sein. Dementsprechend haben wir meinen Laufeinstieg geplant. Laufkilometer langsam steigern in Kombination mit tausenden Rad- und hunderten Schwimmkilometern sowie täglich Kräftigungs- und Koordinationssübungen in Form von Yoga, TRX und Slackline. Mein Trainer Thomas Dold hat mich sehr umfangreich und gleichzeitig abwechslungsreich trainieren lassen.

So behutsam wir die Umfänge und Intensitäten auch hochgefahren haben, hat mir mein Körper doch gezeigt, dass er ein paar Monate Sportabstinenz hatte. Reizungen am Schienbein, in der Sehne am Fuß, im Oberschenkel... Sobald ich etwas zu viel wollte, hat sich ein Körperteil bemerkbar gemacht. Ich glaube, das, was mir mein Körper damit sagen wollte, ist ganz einfach: Höre auf mich. Stück für Stück habe ich das dann auch immer besser hinbekommen.

Im Juli war es dann soweit, ich war nicht nur gesund sondern auch komplett beschwerdefrei. So konnte ich meine Marathonvorbereitung beginnen. Wie ich das vermisst habe, lange Läufe, die nicht enden wollen dafür immer schneller werden, müde Beine, die abends an eine gute Trainingseinheit erinnern und Energiespeicher füllen, wozu eine große Pizza nicht ausreicht. So fühlt sich Marathontraining an. Ich liebe es, auch wenn es zeitgleich hart und fordernd ist.

Am 24.September werde ich nun an der Startlinie vom 44.BMW Berlin Marathon stehen. Ich fühle mich ein bisschen wie vor meinem ersten Marathon, obwohl mein letzter Start erst ein Jahr her ist und mein letzter Sieg beim Hannover Marathon ebenfalls lediglich 16 Monate. Ich freue mich sehr darauf, wieder über meine Lieblingsdistanz zu starten und gleichzeitig kribbelt es vor Aufregung. I’m back on road again.

Scroll Down