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Licht und/oder Schatten ?!?

Marathon ist die Königsdistanz im Laufbereich und wer schon einmal selbst versucht hat, die 42,195km zu bewältigen, der wird gespürt haben, dass diese Einordnung viele Facetten der Realität abbildet. 

Die Vorbereitung der Läufer, die das Bewältigen dieser Strecke als Brot und Butter Geschäft betreiben, ist immer ein Balanceakt mit Vollgas auf einem sehr schmalen Grat zwischen Belastung und Belastbarkeit. Am ständigen Maximum der physischen und mentalen Leistungsfähigkeit ist es ein Lauf dem Ziel entgegen. Manchmal voller Schmerzen, manchmal voller Leid und manchmal voller Glück. Wo man als Athlet ist, weiß man nach jeder Einheit, besonders nach den Kerneinheiten, immer ganz genau. Und manchmal auch zu genau.

Lisa: Meine Vorbereitung auf den Kapstadt Marathon verlief von April bis Ende Juli wie an einer Schnur gezogen. Gefühlt wurde ich jede Woche besser und schaffte auch in den Wettkämpfen super Ergebnisse. Der vierte Platz beim GP Bern war sicher die beste Leistung, die Siege in Luxemburg und München bei den Halbmarathons richtig super, weil die Bedingungen fordernd waren. So schaffte mein Körper schon Ende Juli einen Special Block: 45km an einem Tag und kein KM davon über 4 Minuten. 

 

Ab August begann dann für mich die harte Zeit der Vorbereitung. Einheiten, bei denen die Beine schwer wie Blei waren und am nächsten Tag wieder leicht liefen, als hätte ich Federn in den Schuhen. Es war ein auf und ab mit Tiefen und vielen Höhen. Nur welcher Athlet schafft es, sich von einigen schlechten Einheiten nicht beeinflussen zu lassen? Mir fällt es schwer und so erscheinen manchmal gute Einheiten als nicht perfekt und genau das ist doch der Anspruch eines Profiläufers an sich selbst.
Erreicht habe ich das selten und dennoch gab es schon viele tolle Marathons. Am liebsten erinnere ich mich an Frankfurt 2015. Mit einer holprigen Vorbereitung bin ich einfach drauf los gelaufen und am Ende stand eine Bestzeit da. Wieso, weshalb, warum? Genau weiß ich das bis heute nicht. 

Am Sonntag werde ich beim Cape Town Marathon laufen so schnell ich kann. Ich wünsche mir, dass ich das mit einem Lächeln tun kann, und es sich dabei anfühlt, als hätte ich Federn in den Schuhen. So wie letzten Donnerstag bei der letzten intensiven Einheit in Deutschland…
#RunLisa

Livestream verfügbar am Raceday unter: www.capetownmarathon.com
Und Newsfeed auf fb.hahnertwins.com

 

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