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Licht und/oder Schatten ?!? Part II

Marathon ist die Königsdistanz im Laufbereich und wer schon einmal selbst versucht hat, die 42,195km zu bewältigen, der wird gespürt haben, dass diese Einordnung viele Facetten der Realität abbildet. 

Die Vorbereitung der Läufer, die das Bewältigen dieser Strecke als Brot und Butter Geschäft betreiben, ist immer ein Balanceakt mit Vollgas auf einem sehr schmalen Grat zwischen Belastung und Belastbarkeit. Am ständigen Maximum der physischen und mentalen Leistungsfähigkeit ist es ein Lauf dem Ziel entgegen. Manchmal voller Schmerzen, manchmal voller Leid und manchmal voller Glück. Wo man als Athlet ist, weiß man nach jeder Einheit, besonders nach den Kerneinheiten, immer ganz genau. Und manchmal auch zu genau.

Anna: Meine Vorbereitung auf den Herbstmarathon läuft schon über ein Jahr. Während der Zeit hatte ich nicht nur einmal das Gefühl: Ob das was wird?!?
Meilenweit entfernt von einem annehmbaren Laufgefühl, tausende Kilometer bis zu einer passablen Form. In einer Situation, in der ich damit kämpfte, dass mein Körper einfach nur gesund werden sollte. Es waren harte Monate nach den Olympischen Spiele in Rio und die großen Headlines der Journalisten, die sich nicht für die Leistung auch nicht für die Person interessierten, sondern nur für die eigene Auflage, halfen mir in der Situation nicht besonders schneller zu genesen. 
Es half mir jedoch sehr gut zu erkennen, wer an mich glaubt. Besonders großen Anteil hat mein Trainer Thomas. Er war es, der mich monatelang vom Training abhielt, als ich noch nicht gesund war. Er war es, der bis Juni jede Reizung, Verhärtung und was ich nicht alles hatte, mit einem guten alternativen Training versuchte abzufangen. Gemeinsam bauten wir meinen Körper komplett neu auf. Zuerst haben wir mit viel Krafttraining die Belastungswiderstandsfähigkeit ausgebaut und erst danach die Laufumfänge erhöht. Und immer wieder neue Trainingsreize, das große Ziel, den Herbstmarathon im Blick.

Ich hatte quasi keine Wettkämpfe im Programm und die, die wir geplant haben, haben wir nicht vorbereitet oder gleich komplett ausfallen lassen. Alles für das große Ziel, die Königsdistanz. Es war und ist meine Liebe, die 42,195km und ich musste mich neu verlieben. Ein einfach weiter so erlaubte mir mein Körper nach 2016 nicht mehr.
Nach 10 Monaten konsequenten Nicht-Training und viel Alternativ-Training und einigen Laufkilometern dankte es mir mein Körper. Anfang Juli durfte ich die erste Woche seit 2015 erleben, die mehr als 100km Laufkilometer beinhaltete und in der ich am Ende sagen konnte: Ich bin komplett gesund und schmerzfrei. Ein Moment, der mir heute noch die Augen feucht werden lässt. Ein Moment, den ich mir so gewünscht habe und der so lange so weit weg war. 
Ab dann begann für mich ein neuer Abschnitt. Richtiges Training, ach was sage ich: Marathontraining.
Die Wochenkilometer stiegen. Die Geschwindigkeiten erhöhten sich. Der August war einer meiner besten Trainingsmonate ever. Es gab mehrmals die Situation, dass ich nicht glauben wollte, was auf dem Trainingsplan stand. Und jedes Mal standen noch bessere Zeiten auf der Laufuhr. Es lief wie an der Schnur gezogen. Und manchmal noch besser. Und so kam auch noch die Silbermedaille bei der DM Straßenlauf dazu. 
Ich hatte und habe keine Erwartungen an meinen Marathon in Berlin. Ich bin glücklich und dankbar gesund und fit zu sein und ich freue mich auf den 44. BMW BERLIN MARATHON. Auf die Königsdistanz. #RunAnna

Um ein paar Momente der ewig langen Vorbereitung auf diese Marathons fest zu halten, kam mich mehrmals in den letzten 12 Monaten unser Lieblingsfilmer Heymo besuchen. Er wird einen tollen Bericht von meinem Weg #BackToRoadAgain machen. Für alle, die das Laufen lieben.

 

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