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Neuseeland. Laufen und Meer

5,5 Wochen sind wir nun in Neuseeland und die meiste Zeit davon in Hamilton. Der Hauptgrund für mich in Neuseeland zu sein, ist mein Training. Das steht im Mittelpunkt. Und ein bisschen vom Land kann ich mir auch anschauen. Meine Ruhewoche haben wir genutzt, um die Gegend nördlich von Auckland zu erkunden und die Laufschuhe jeden Tag an einem anderen Ort zu schnüren. Ruhewoche heißt nämlich nicht nur Erholung für den Körper sondern auch für den Geist. Und nichtsdestotrotz bin ich täglich gelaufen, allerdings kürzer und weniger intensiv als sonst.

Mit dem Citybus ging es für meinen Trainer und Manager Thomas Dold und mich von Hamilton nach Auckland und von dort am nächsten Morgen mit dem Mietwagen weiter in den Norden nach Kerikeri. Auf dem Weg dorthin haben wir einen Zwischenstopp beim Strand in Orewa gemacht. Die Kulisse war traumhaft, die Weiterfahrt nur nach einem ausgiebigen Stopp möglich. Also haben wir direkt unser Kamera Equipment ausgepackt, um eines von den regelmäßig stattfindenden Workouts für Läufer in unserem Hahnertwins Running Club zu drehen. Und für alle Nicht-Clubber haben wir ebenfalls ein Workout gedreht, das wir am Sonntag auf unserer Facebook Seite posten werden.

Von Orewa ging es weiter an der Küste entlang zur Hafenstadt Whangarei. Je weiter man in den Norden fährt, desto wärmer wird es in Neuseeland. Bei meinem Lauf um den Hafen in Whangarei kam ich daher ganz schön ins Schwitzen. Die vielen kleinen Trinkbrunnen rund um den Hafen waren ein echter Segen. Der letzte Abschnitt für diesen Tag ging über Pahia nach Kerikeri. In Pahia haben wir die falsche Abzweigung genommen und haben Bekanntschaft mit der ersten gravel road gemacht. Ganz plötzlich endet der Asphalt und es geht mit Schotter weiter. Mit reduzierter Geschwindigkeit fuhren wir die nächsten Kilometer, bis wir wieder „normalen“ Straßenbelag unter den Reifen hatten. Ohne diesen Umweg wäre uns jedoch die tolle Aussicht beim Golfplatz hinter Pahia verwehrt geblieben und kurze Zeit später waren wir dann auch in Kerikeri. Am nächsten Morgen haben wir die frische und angenehme Morgenluft um kurz nach 6Uhr genutzt, um einen Lauf zu den Rainbow Falls zu machen. Zufälligerweise war unsere Gastgeberin selbst Marathonläuferin und ist schon über 20 Marathons gelaufen. Somit konnte sie uns exakt sagen, nach wie vielen Kilometern wir welche Abzweigung nehmen müssen, um nach 6km bei den Rainbow Falls zu landen.

 

Ein Regenbogen ist uns verwehrt geblieben, die Wasserfälle an sich waren dennoch mega imposant. Frisch gestärkt nach einem leckeren Frühstück mit frisch gepressten Orangensaft ging es weiter in den Norden. Und zwar ganz in den Norden. Zum nördlichsten Punkt Neuseelands, dem Cape Reinga. Absolut beeindruckend, wie dort das Tasmanische Meer auf den Pazifik trifft. Gestärkt mit Peanutbutter-Avocado-Sandwich haben wir den Rückweg angetreten.

Man fährt hier ein paar Kilometer und schon weist ein Schild auf die nächste Sehenswürdigkeit hin. Und die nächste war gigantisch. Die Giant Te Paki Sand Dunes. Ich habe noch nie so hohe Sandberge gesehen, ich habe mich gefühlt wie auf einem riesengroßen Sandspielplatz. Obwohl es 30° hatte, konnten wir erstaunlicherweise barfuß die Dünen hochlaufen und runter rasen. Das war ein Spaß.

Den nächsten Zwischenstopp haben wir am Rarawa Beach gemacht. Einem Strand mit weißem Sand und glasklarem Wasser und ganz wenigen Menschen. Dieser Strand hatte den Flair eines tropischen Strandes. Er sah aus, als wäre er direkt aus einem Bilderbuch entsprungen.
Sand war der rote Faden, der sich durch unsere Rückreise gezogen hat. Denn nach dem weißen Strand haben wir einen Abstecher zum 90miles Beach gemacht. Einem Strand, der unglaubliche 82km lang ist und auf dem man mit dem Auto fahren kann. Das Auto haben wir stehen lassen, stattdessen sind wir am Strand entlang gelaufen. Denn wenn Autos darauf fahren können, eignet er sich auch perfekt zum Laufen. Kein Vergleich zu den Sanddünen, bei denen man bei jedem Schritt eingesunken ist und gefühlt doppelte Kraft benötigt hat, um vorwärts zu kommen. Das war eine richtige Autobahn.

Den nächsten Beach, Baylys Beach, haben wir uns für den folgenden Tag aufgehoben. Direkt am nächsten Morgen sind wir an den Strand gelaufen und dort den frühen Morgen laufend genossen. Der beste Start in den Tag. Mit vielen Eindrücken und vollen Energiespeichern ging es zurück nach Hamilton. Startbereit für den nächsten Trainingsblock.

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