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Tokyo Marathon, reicht die Zeit?

Noch wenige Tage bis zum Tokio Marathon. Und die letzten zwei Wochen davor hatte ich mir etwas anders vorgestellt. Regenerieren und Kraft tanken, weniger Kilometer, keine Läufe mehr über 30km. Doch aus weniger Kilometer wurden 0km.

Nach der letzten intensiven Einheit über 30km 2,5 Wochen vor dem Marathon konnte ich plötzlich mit dem rechten Bein nicht mehr richtig auftreten. Aus Auslaufen wurde ein Versuch des Aushumpelns und dann der Abbruch. Geht nicht. Geht gar nicht. Und zwar im wortwörtlichen Sinne. Nicht nur das Laufen bereitete mir starke Probleme sondern auch das normale Gehen. Kühlen, Beine hochlegen, Chiropraktiker, doch auch in den nächsten Tagen war an Laufen nicht zu denken. Das Training für den Tokyo Marathon hatte ich eigentlich überstanden, bin etliche Läufer von 30km bis 35km gelaufen mit hohen Geschwindigkeiten, habe immer wieder schnelle gute Bahneinheiten absolviert und jetzt, wenn hauptsächlich nur noch easypeasy mit kurzen Tempospitzen ansteht, streikt mein Körper. Oder besser, der Oberschenkel. Denn meinem Körper geht es insgesamt sehr gut, ich fühle mich enorm stark und kraftvoll. Ich spüre, dass ich fit bin und mein Körper am Sonntag den Marathon laufen möchte. Jetzt muss diese Message nur noch bei meinem rechten Oberschenkel ankommen. Nach fast einer Woche kompletter Ruhe konnte ich zumindest wieder normal gehen. Und das war auch der Start für mich, ins Wasser zu gehen und zu schwimmen und im Wasser zu laufen. Endlich konnte ich zumindest meinen Körper wieder bewegen und das Herz-Kreislauf-System in Schwung bringen. Zwischen 1h und 2,25h bin ich täglich ins Wasser und habe weiterhin in Punkto Genesung alles getan, was mir eingefallen ist. Salbenwickel, Magnetfeld, REPULS Tiefenstrahler, Massage, Chiropraktiker, Mediation, Beten und viel Schlaf.

Habe in der Ernährung darauf geachtet, dass ich viele entzündungshemmende Produkte esse und sofern ich nicht im Wasser war, habe ich die Beine hochgelegt. Jeder Laufversuch endete allerdings immer noch nach wenigen Metern. Das war ernüchternd, doch was bringt es mir, Trübsal zu blasen? Der Gewichtheber Matthias Steiner hat einen Satz gesagt, an den ich in diesen Momenten denken musste: „Dinge, die du nicht ändern kannst, musst du akzeptieren.“ Außerdem fördert positive Energie und gute Laune den Heilungsprozess.

Am Sonntag, eine Woche vor dem Tokyo Marathon und dem Tag vor unserem Abflug nach Neuseeland konnte ich das erste Mal 5min am Stück laufen. Das ist nicht lange und noch weit davon entfernt, 2,5h zu laufen, doch für mich war das ein großer Schritt nach vorne. Mit diesem positiven Erlebnis ging es ab in den Flieger nach Tokio. Am Dienstagmorgen in Tokio bin ich dann schon 4km gelaufen. Noch nicht 100% rund und noch immer weit entfernt von 42,195km doch wieder war es ein großer Fortschritt.

Ich werde bis Sonntag alles geben, dass ich um 9.15Uhr an der Startlinie stehe und den Moment erleben kann, über die Ziellinie am Kaiserpalast zu laufen. Die Zeit rennt und ich zumindest auch wieder. Ich hoffe, dass es sich bis Sonntag ausgeht und ich am Sonntag nicht nur 11 Wochen lang den Tokyo Marathon in Neuseeland erfolgreich vorbereiten konnte, sondern ihn dann auch laufen kann.

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