...

Halbmarathon Berlin. Ein erster Schritt.

Für mich geht es im Frühjahr nicht darum, Bäume auszureißen sondern wir sind gerade dabei, einen neuen Baum zu pflanzen. Und wer einen Baum schon mal hat wachsen sehen, weiß, dass es vor allem eins braucht, Geduld. Und ich habe mich bewusst zu diesem Weg entschieden. Seit Herbst letzten Jahres habe ich mit Dan Lorang einen neuen Trainer an meiner Seite, zudem habe ich mit Lisas Trainer Dieter Hogen einen neuen Mentor und Manager und mit dem SCC Berlin seit diesem Jahr auch einen neuen Verein. Zusammen haben wir langfristige Ziele festgesetzt, die über schnelle kurzfristige Erfolge stehen. Mein Zeithorizont liegt nicht auf ein oder zwei Jahren Leistungssport sondern auf 10 Jahren.

Unsere Planung ist langfristig ausgelegt. Der Schlüssel für gute Leistungen im Ausdauersport ist Kontinuität im Training und genau das war es, was mir in den letzten Jahren gefehlt hat. In den letzten Jahren wurde ich immer wieder durch Verletzungen ausgebremst. Ich habe es nun mehrmals mit der Brechstange versucht, dieser Weg hat mich weit aber nicht bis ans Ziel gebracht. Man kann einmal auf die Schnauze fallen und denselben Weg noch einmal gehen, vielleicht noch ein zweites Mal, doch beim dritten Mal ist es Versagen. Wenn ich nichts ändere, wird wieder dasselbe rauskommen. Das musste ich für mich verinnerlichen und das habe ich nun verstanden.

Das primäre Ziel über den Winter war es daher, mich belastbar zu machen und an der Körperstatik zu arbeiten. Hierfür mache ich zwei Mal pro Woche gezielte Kraft- und Stabilitätsübungen mit meinem Athletiktrainer für meine Hüfte, die im zwei bis drei Wochen Rhythmus mit Videoanalyse überprüft werden.

 

 

Ich bin nun schon seit Monaten beschwerdefrei, die Verhärtungen der Muskulatur der rechten Körperseite, die mich seit Jahren begleitet haben, sind verschwunden. Neben dem gezielten Athletiktraining hat mein Kiefer bzw. Kaumuskulatur hierbei eine entscheidende Rolle gespielt. Mit einer herausnehmbaren Zahnspange über Nacht wurde mein Muskeltonus der Kaumuskulatur so verändert, dass sich die Verhärtungen in der rechten Körperseite nach nur wenigen Wochen komplett gelöst haben.

Das erste Ziel für den Berliner Halbmarathon habe ich erreicht, ich stehe gesund an der Startlinie. Das zweite Ziel ist es, nach dem Zieleinlauf beschwerdefrei weiter trainieren zu können. Mein „Baum“ soll mit starken Wurzeln eine stabile Grundlage und einen guten Halt haben, damit von unten heraus nach oben hin was Großes wachsen kann. Ich bin bisher nicht mehr als in der Spitze knapp über 100 Wochenkilometer gelaufen, gleichzeitig habe ich durch viel Radfahren, Aquajogging, Schwimmen und Athletiktraining eine breite aerobe Basis gelegt. Das Ziel liegt bei dem Halbmarathon nicht auf einer Zeit, noch nicht, dies wird frühestens ab Herbst eine Rolle spielen. Wenn ich eine Zeit um die 1:17h laufe, bin ich im Fahrplan. Das ist nicht einfach als Hochleistungssportlerin. Ich kann mich momentan nicht mit anderen vergleichen und noch weniger mit mir selbst. Am Sonntag laufe ich für mich, nicht für eine Zeit, nicht für eine Platzierung, für mich, mein Team und unseren Weg. Und weil ich Spaß daran habe, darum habe ich mit Laufen angefangen.

Scroll Down