...

7 Jahre später. Düsseldorf Marathon 2019

Es ist soweit. Ich bin zurück in Düsseldorf. 7 Jahre nach meinem allerersten Marathon. Damals bin ich mit der Glücksstartnummer 7 gestartet. Ich bin nicht nur zurück in Düsseldorf sondern auch zurück auf der Marathonstraße. Zwischen dem 5.Platz als beste Europäerin beim BMW-BERLIN MARATHON 2017 und meinem Start am 28.April 2019 in Düsseldorf liegen 1,5 Jahre und zwei große Verletzungen.

Vor sieben Jahren in Düsseldorf im Ziel wusste ich, Marathon ist meine Disziplin. Das ist genau das, was ich machen möchte. Ich weiß noch, wie ich am Morgen vorm Marathon zu meinen Pacemakern gemeint habe, „Jungs, wir schaffen das“.

Ich hatte ein großes Vertrauen in mich, mein Umfeld und einfach Lust zu laufen. Es war eine große Ehre für mich, nun Marathon laufen zu dürfen. Diese Unbeschwertheit hat mich beflügelt. Ich bin als 22jährige in 2:30:14h lediglich um 14s bei meinem ersten Marathon an der Olympianorm vorbeigerannt. 

In den sieben Jahren ist sehr viel passiert. Ich habe meine Marathonbestzeit auf 2:26:44h hochgeschraubt, habe den Wien Marathon und den Hannover Marathon gewonnen und war bei den Olympischen Spielen in Rio.

Das ist die eine Seite der Medaille. Gleichzeitig hatte ich einen Ermüdungsbruch in der Ferse, einen schweren Radunfall, eine angerissene Sehne im hinteren Oberschenkel, eine entzündete Sehnenplatte im Oberschenkel und einen Ermüdungsbruch im Becken.

„Everything you are experiencing at this moment, whatever it is, is exactly what you need for your personal growth. Trust it.“

Ich habe viele Lektionen gebraucht, um die Message zu verstehen. Und auch das hat seinen Sinn gehabt. Zu schnell, zu viel, immer mehr, immer schneller in möglichst kurzer Zeit hat meinen Körper an seine Grenzen gebracht. Ich bin stolz darauf, was ich bisher geschafft habe und auf diesem Weg bin ich an meine Grenze geraten.

 

Um weiter zu kommen, darf ich einen neuen Weg einschlagen. Die Zahl 7 hat etwas Magisches, die Welt wurde in sieben Tagen erschaffen, ein geheimes Buch hat sieben Siegel und die Zellen unsers Körpers erneuern sich von Grund auf alle sieben Jahre.

Ich spüre, dass für mich ein neuer Lebensabschnitt begonnen hat. Mit Dan Lorang habe ich einen neuen Trainer, mit dem SCC Berlin einen neuen Verein, mit Dieter Hogen einen neuen Mentor und Manager, und die größte Veränderung ist in mir selbst passiert.

Am 7.April bin ich beim Berlin Halbmarathon meinen ersten Wettkampf seit über 14 Monaten gelaufen. Am Sonntag habe ich mehr Selbstvertrauen an der Startlinie gebraucht, als bei allen anderen Rennen.

Mit der Zeit (1:15:42h) habe ich mich selbst ein wenig überrascht, sie hat mich gefreut doch wirklich zufrieden hat mich eine andere Tatsache gemacht. Ich war gesund am Start und genauso beschwerdefrei hinter der Ziellinie. Die Ziellinie habe ich schon unzählige Male erreicht, auch deutlich schneller, doch beschwerdefrei war ich selten. Das ist das Ziel fürs Frühjahr und den ersten Schritt habe ich dafür beim Halbmarathon in Berlin getan. Der zweite Schritt kommt nun am 28.April beim Düsseldorf Marathon. Es liegt noch ein langer Weg vor mir und Yoga hat mir eines gelehrt, Geduld zu haben.

„There are two things that define you. Your patience when you have nothing and your attitude when you have everything.“

So werde ich am 28.April an der Startlinie stehen, dankbar, dass ich dort bin, dass ich das machen darf, was ich so liebe. Laufen.

 

Photocredit: @adidas_de (Titelbild + berlinhalf) @wilhelmi.fotograf (Düsseldorf)

Scroll Down