Incroyable. Unbelievable. Unglaublich. Was für ein Wochenende. Am Freitag, 27.Juli 2012 wurden in London die 30. Olympischen Spiele eröffnet. 62000 Leute im Stadion und mehr als eine Milliarde Menschen vor dem Fernseher zu Hause haben die vom Regisseur Danny Boyle inszenierte Eröffnungsfeier verfolgt. Anna, ich und unser Mannschaftkamerad Thomas Dold saßen mittendrin, haben geklatscht, gestaunt, mitgesungen, Fotos geschossen und die einlaufenden Athleten lautstark begrüßt. 204 Nationen sind einmarschiert, angeführt von ihren Fahnenträgern wie der Hockeynationalspielerin Natascha Keller für Deutschland oder Sprintsuperstar Usain Bolt für Jamaika. Noch am Mittwoch haben wir nicht im Traum daran gedacht, diesen Event live zu erleben.
Als wir am Mittwochvormittag nach einer guten Trainingseinheit im Zug von Frankfurt zurück nach Fulda saßen, hatte Anna eine Mailboxnachricht von Frau Scheinhardt, Sportmarketingmanagerin von unserem Ausrüster Adidas auf ihrem Handy. Adidas würde uns gerne zur Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele in zwei Tagen einladen, Hotel bis Sonntag inklusive, wir müssten uns in den nächsten beiden Stunden entscheiden, ob wir Lust auf das Abenteuer London hätten. Die Eröffnungsfeier der olympischen Spiele live erleben? Auf jeden Fall. Und so war das kommende Wochenende schnell verplant und ein Flug gebucht.
Die Eröffnungsfeier war atemberaubend. Sie überraschte, fesselte, elektrisierte und bewegte fast fünf Stunden lang. Ein Cocktail an Emotionen. Der ergreifendste Moment war für uns, als Haile Gebrselassie und andere Sportgrößen die olympische Flagge ins Stadion trugen. Haile Gebrselassie, dessen großer Traum es war, nach olympischen Goldmedaillen über 5000m und 10.000m dies auch über die 42,195km zu schaffen. Aber die Konkurrenz im eigenen Land war zu groß, er wurde vom äthiopischen Verband nicht nominiert. Aber nun durfte er die olympische Flagge tragen. Und kurz nach diesem ergreifenden Moment durchfuhr uns der nächste Schauer. Muhammed Ali, einer der größten Sportler des letzten Jahrhunderts, wurde ins Stadion gefahren, als die Flagge gehisst wurde. Und dann wurde das olympische Feuer entzündet, ein riesiges Feuerwerk erhellte dabei den Londoner Nachthimmel und Sir Paul Mc Cartney spielte den Schlussakkord. Der Schlussakkord der nicht für ein Ende sondern für den Beginn der 30. Spiele der Neuzeit steht. Und wir waren live dabei.
Am nächsten Tag haben wir das Adidas Hospitality Center beim Olympischen Stadion besucht. In einer sehr entspannten Atmosphäre waren z.B. international erfolgreiche Designer damit beschäftigt, Präsente für etwaige Adidas-Olympiasieger zu entwerfen und von der Dachterrasse des Adidas-Center aus konnten wir einen Blick ins Athletendorf werfen. Den Abend durften wir im Deutschen Haus verbringen und haben so schon einmal den Ort besucht, wo in den nächsten Tagen die deutschen Medaillengewinner gebührend gefeiert werden.
Vierzehn Sekunden ist Anna an der Norm für den Olympia-Marathon vorbeigeschrammt. Olympialuft durften sie und ich nun als Zuschauer dank Adidas schon in London schnuppern. Voll getankt mit vielen Eindrücken, einer Menge Motivation und einem Wahnsinns Wochenende in Erinnerung werden wir nun die nächsten zwei Wochen die olympischen Wettbewerbe im Fernsehen verfolgen und den Athleten die Daumen drücken. An der Rezeption unseres Hotels war ein Concierge aus Rio, mit ihm haben wir uns schon einmal für 2016 verabredet, denn dann finden die Olympischen Spiele in Rio statt. Als Zuschauer waren wir nun schon einmal dabei, nächstes Mal wollen wir als Athleten ein Teil der deutschen Mannschaft sein.
Video Eröffnungsfeier
Video adidas World und Deutsches Haus